In Liebe zur Natur

Franziskus in Liebe zur Natur. Bronzeplastik in San Damiano bei Assisi

Liebe zu den Armen

Franziskus pflegt einen Aussätzigen. Bronzeplastik in Rivotorto bei Assisi

Einfach und glücklich

Franziskus musiziert. Bronzeplastik in Rheda-Wiedenbrück

Was ist franziskanisch?

Alle franziskanischen Orden orientieren sich an Franz von Assisi (*1181/82 +1226) und Klara von Assisi (*1193 + 1253). Sie haben im 13 Jahrhundert eine ganz neue und radikale Lebensform des Christseins entwickelt. Wenn Christ sein heißt, Jesus nachzufolgen, so bedeutet franziskanisch sein: Nachfolge Jesu Christi in den Spuren des hl. Franziskus und der hl. Klara. Verbindend für die franziskanischen Orden ist das franziskanische Charisma. Dies umfasst einerseits eine bestimmte Haltung (Wie sehe ich die Welt), eine bestimmte Spiritualität (Wie ist mein Zugang zu Gott) und die sich daraus ergebene Form zu Handeln.

Das franziskanische Charisma in kurzer und klarer Form zu beschreiben ist unmöglich. In einer ganz unvollkommenen Art und Weise soll es jedoch hier in einige Aussagen zusammengefasst werden.

  • Orientierung an Jesus Christus durch das Evangelium.
  • Erkenntnis der eigenen Kleinheit vor der Größe Gottes.
  • Freude über und Ehrfurcht vor Gottes einmaliger Schöpfung, dessen Teil man selbst ist.
  • In allem und jeden Bruder und Schwester erkennen.
  • Erstaunen über die Demut Gottes, den Menschen in Jesus Christus als Mensch und Bruder in Liebe zu begegnen und sich ihm hinzugeben und auszuliefern, um ihn zu erretten.
  • In jeden Ausgegrenzten und Leidenden auch des leidenden Christus erkennen.

  • In der Handlung heißt dies:

    Die Liebe zur Schöpfung Gottes.

    Dies bezieht sich auf alles: Lebende und nicht lebende Geschöpfe. Die Konsequenz dieser Liebe ist das Engagement für den Erhalt von Umwelt und Leben. Sich für Frieden und Gewaltlosigkeit (im Kleinen wie im Großen) einzusetzen.

    Den Armen, Schwachen, Ausgegrenzten und Kranken besonders verbunden zu sein.

    In demütiger Freude Gott zu begegnen.

    Kirche in diesem Sinne stets zu erneuern.

    Sich selbst immer wieder durch das Lesen des Evangeliums und das Gebet in Wort oder Tat des eigenen Weges zu vergewissern und Umzukehren wenn, es in die falsche Richtung geht.

    Ein ganz wesentlicher Punkt in der franziskanischen Spiritualität ist die Armut. Er ist vor allen zu verstehen, wenn die soziale Situation zu Lebzeiten von Klara und Franziskus betrachtet wird:
    Dem Reichtum des Adels, dem Prunk der Kirche, die an Geld und Macht mehr interessiert ist als an Gebeten, und dem üppigen Wohlstand des wirtschaftlich erfolgreichen Bürgertums, steht die Armut der breiten Bevölkerung gegenüber. Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich ist groß und die Kirche hat sich weit entfernt von ihrer urspr¨nglichen Idee.

    Franziskus und Klara erkennen, wie Macht und Reichtum den Blick zu Gott und seine Schöpfung verstellen. Sie wollen arm den armen Christus folgen.
    Wie der Begriff Armut konkret zu verstehen ist, wird seit 800 Jahren, solange es Franziskaner gibt, im Orden heftig diskutiert. Die Grundgedanken sind jedoch:
    Erst wenn ich den materiellen Reichtum dieser Welt loslasse, habe ich die Hände frei, um den Reichtum Gottes fassen zu können. Wenn ich etwas Besitze, brauche ich auch Waffen, um es zu verteidigen. Mein Herz wird dort sein, wo mein Besitz ist. Alles was mir gegeben ist kommt von Gott. Es ist nicht meins. Ich darf es dankbar annehmen und mit allen Geschöpfen geschwisterlich teilen.

    So werden Menschen, die eine franziskanische Lebensweise annehmen häufig als einfache, lebensfrohe und dem Menschen zugewandte Zeitgenossen beschrieben. Franziskus selbst galt als Bruder immerfroh und als Gaukler Gottes.