Dokumente vom Generalkapitel des OFS

Im November 2008 tagete das Generalkapitel des OFS in Ungarn. Hier gibt es Texte und Dokumente.

Was ist ein Orden?

Eine Ordensgemeinschaft (auch Orden, von lat. ordo: Ordnung, Stand) ist eine durch eine Ordensregel verfasste Lebensgemeinschaft von Männern und/oder Frauen, die sich durch Ordensgelübde an ihre Lebensform binden und ein gemeinschaftliches religiäses Leben führen. Die Bezeichnung Orden ist auch von kirchenrechtlicher Bedeutung. Die Lebensweise der Ordensgemein-schaften, die durch die Ordensregel beschrieben wird, muss durch den Papst bestätigt werden. Anschließend sind die Orden, anders als andere geistliche Gemeinschaften kirchenrechtlich absolut selbständig. Zuständig ist auch nicht der jeweilige Ortsbischof, sondern die vatikanische Ordenskongregation.

Quellen

Für die Texte dieser Seite wurden zwei Quellen intensiv genutzt und zum Teil auch wörtlich übernommen.

Zum einen die freie Enzyklopädie Wikipedia, zum anderen die der Webpräsenz der Franziskaner

Der ORDO FRANCISCANUS SAECULARIS (OFS)

Der OFS ist der säkulare Zweig des Dritten Ordens des heiligen Franziskus. Er ist eine Ordensgemeinschaft für Frauen und Männer, verheiratet oder ehelos, auch Priester, welche die franziskanische Lebensweise außerhalb des Klosters, aber in Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern, gewählt haben. Früher wurde der OFS auch als Dritter Orden des Hl. Franziskus bezeichnet und zwischenzweitlich auch Franziskanische Gemeinschaft genannt.

Der offizielle lateinische Name lautet ORDO FRANCISCANUS SAECULARIS was man mit Weltlicher Franziskanerorden übersetztzen könnte. Die internationnale Kurzform ist OFS. Zur Zeit gehören dem OFS rund 430.000 Schwestern und Brüder in über 100 Ländern an.

[mehr zum Leben im OFS]

Was ist ein dritter Orden?

Mit Dritter Orden werden Ordensgemeinschaften bezeichnet, die gemeinsam mit Männerorden (Erster Orden) und Frauenorden (Zweiter Orden) eine Ordensfamilie bilden.
Man unterscheidet regulierte Dritte Orden mit klösterlichem Charakter (zum Beispiel Franziskanerinnen) und säkulare oder weltliche Dritte Orden, deren Mitglieder in der Welt leben. Das heißt sie bilden im Regelfall keine klösterlichen Lebensgemeinschaften. Sie können verschiedenen Ständen angehören (verheiratet/ehelos) und gehen unterschiedlichen Berufen nach, um ihr Lebensunterhalt zu verdienen. Sie orientieren sich aber an der jeweiligen Ordensregel. Wie bei Orden üblich gibt es eine mehrstufige Eingliederung, bis das Versprechen auf Lebenszeit abgelegt wird, nach der Ordensregel zu leben.

Die Mitglieder eines Dritten Ordens werden häufig auch Terziaren (von lateinisch tertius, der Dritte) genannt.

Was ist die franziskanische Familie?

Die franziskanische Familie bezeichnet eine Ordensfamilie mit mehreren Zweigen (erster, zweiter und dritter Orden). Innerhalb dieser Zweige gibt es weitere Verzweigungen, so dass sich zu Vereinfachung das Bild eines Baumes anbietet.

Franziskanisches Leben finden wir in der Bruderschaft der drei Zweige des Ersten Ordens (Franziskaner, Kapuziner, Minoriten); bei den Armen Frauen des Zweiten Ordens Klarissen) und bei den Frauen und Männern des Dritten Ordens, ob sie nun in kl&oml;sterlicher Gemeinschaft miteinander leben (Regulierter Dritter Orden) oder als Schwestern und Brüder des ORDO FRANCISCANUS SAECULARIS (OFS), verheiratet oder ehelos, das Evangelium Jesu Christi in der Welt zu leben versuchen.

Allen gemeinsam ist die Lebensregel des Evangeliums, die Bergpredigt in ihrem Zuspruch und Anspruch, die Option für die Privilegierten Gottes, die Armen, und die Erneuerung der Kirche. Dabei geht es um die innere Haltung der ständigen Umkehrbereitschaft und Offenheit für das, was der Geist uns heute zu tun aufträgt. Der franziskanische Lebensbaum zeigt die reiche Entfaltung der verschiedensten Formen christlichen Lebens, zu dem Franziskus angeregt hat.